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29.08.06
Heute muss ich frueh aufstehen, denn wir gehen zu meiner zukuenftigen Schule. Zusammen mit Lorena, der Betreuerin von YFU, und Jake, dem Ami, der der einzige andere Austauschschueler ist, der ebenfalls auf diese Schule geht, treffen wir die Direktorin. Sie berguesst uns in einem pastellfarbenem lila Dress und heisst uns Willkommen. Ich probiere die Schuhe fuer die Schuluniform an - schwarzes Leder mit Pfennigabsaetzen, sowie spitz zulaufend...
38 ist wohl die groesste Groesse, aber zum Glueck passt das.
Danach fahren wir durch die Gegend, meine Masse fuer das Jaqueta werden genommen...
Lorenas Mann (Zahnarzt by the way) bietet mir ecuadorianische Schokolade an und sie schmeckt besser als erwartet.
Manche Haeuser wirken wie Filmkulissen - vorne bunt angestrichen, nach hinten raus grobe Backsteine... viele Strassenkoeter lungern am Strassenrand und ich korrigiere mich: Es liegt doch noch etwas Asche auf den Strassen, am Randstein und schwarze Plasticksaecke kuenden von den Aufraeumarbeiten. Ab und zu sieht man jemanden mit Mundschutz, meist alte Leute.
In der Schule hoere ich, wie meine Gastmutter zu Lorena ueber mich sagt: "Come todo, se gusta todo" (= sie isst alles, ihr gefaellt alles) - pero es verdad - hasta ahora me gusta todo... (= aber das stimmt - bis jetzt gefaellt mir alles...)
Rodrigo zeigt mir von einem Klassenraum aus das Haus der Almeida Palacios, sprich meiner zukuenftigen Gastfamilie, es ist gross und muy cerca (=sehr nah).
Beim Mittagessen lerne ich nun auch die uebliche Variante der Tomato del arbol kennen: frischgepresster Saft!
Ich habe uebrigens auch schon die ersten cuys (Meerschweinchen) am Spiess gesehen. Im ganzen aufgespiesst auf ein Metallgestell, dass ueber einer Feuerstelle hin und her schwingt. Daneben waren die schon fertig gebratenen gestapelt. Probiert habe ich diese nationale Spezialitaet allerdings noch nicht.
Auch die Beschreibungen von den grundsaetzlich offenen Tueren erweisen sich als richtig - gestern Abend sass ich noch einige Zeit in meinem (eigtl Rodrigos) Zimmer und schrieb, nachdem ich verkuendet hatte: "voy a dormir". Nach einer halben Stunde klopfte meine Gastmutter an die Tuer, weil sie dachte ich wuerde schon schlafen und habe nur vergessen, das Licht auszumachen... Die Badezimmertuer hingegen schliesst man schon ab, jedoch meist mit einem fuer mich sehr ungewoehnlichen System: Auf dem Tuerknauf ist ein Knopf, den man drueckt, um abzuschliessen. Sobald man die Tuer von innen oeffnet, springt der Knopf automatisch in die Ausgangsposition zurueck. Testen, ob abgeschlossen ist, hilft einem also nicht viel weiter...
Nach dem Mittagessen (Nudel-Kaese-Suppe; Huhn mit Reis und Pommes Frites) werde ich heute tierisch muede... Jetlag, Hoehe, Sprache (obwohl es meist englisch ist) machen mir wohl doch noch etwas zu schaffen. Ich lege mich - bei offener Tuer - aufs Bett, hoere Musik, lese "1984" und nicke ab und zu ein. Spaeter fahre ich mit meiner Gastmutter zu ihrem Arbeitsplatz und liefere auf dem Weg Rodrigo beim Polideportivo, dem Sportstadion, zum Basketballtraining ab.
Sie arbeitet, wie ihr Mann, in einer Pharmafabrik, die ihren parents-in-law gehoert, was ihr erlaubt, ihre Arbeitszeiten frei zu bestimmen. Ich verbringe die Zeit im Internet (11 neue Mails), schreibe ein paar e-mails und melde mich kurz im Austauschschueler-Forum. Auf dem Rueckweg steigt nicht nur Rodri ins Auto, sondern auch der Trainer aus Argentinien, den wir nach Hause bringen, und 3 Freunde - alle draengen sich auf dem Ruecksitz...
En la casa (= zu Hause) wartet die Mutter meiner Gastmutter, Susanna. Sie bietet an, mit mir zu einem Aussichtspunkt zu fahren und ich nehme dankend an - wir fahren hoch und hoeher und hoeher und halten schliesslich an einer Stelle, an der man ganz Ambato ueberblicken kann. Frontal sieht man den Tungurahua, etwas Rauch haengt in seinem Schlund, rechts zwischen zwei Gipfeln ragt schwarz der Chimborazo empor. Die hier allzu kurze Abendstimmung bricht an - der Himmel faerbt sich rosa, die ersten Lichter in der Stadt gehen an. Ich mache Photos, Susanna fotografiert mich in Touripose vor dem Tungurahua - es wirkt wie vor einer Photowand... unwirklich... Ich lasse meinen Blick ueber die wundervolle, maerchenhaft schoene, irreale Szenerie schweifen und sage mir: "Hier wohnst du fuer ein Jahr."
Es bleibt unwirklich.
Jetzt sitze ich auf dem Sofa neben all den Jungs - jetzt spielen sie per X-Box Basketball - Juan Andres quietscht ab und zu in unbegrenzt scheinenden Hoehen (immerhin sind die Glasscheinen nach wie vor ganz - um mal ein schlechtes Klischee zu bemuehen), ich habe etwas Kopfweh... aber ich fuehle mich wohl.
Waehrend dem Abendessen klingt von draussen eine kindliche Melodie herein - sie stammt vom Muellauto, erklaeren meine Gasteltern, nachdem die Mutter ein paar Toene mitgesummt hat. Damit die Leute hoeren, wenn er kommt und schnell ihre Muellsaecke raustragen koennen. Wir unterhalten uns (groesstenteils auf Spanisch) ueber meine bisherigen Reisen, ueber Schuluniformen - die Mutter fragt, ob sie mir gefaellt - mmmh...mas o menos (= mehr oder weniger)... antworte ich ausweichend. Sie lacht und sagt, ihr gefalle sie auch nicht. Dieses Jahr gebe es eine neue Uniform und eine besondere fuer montags - das sei ein besonderer Tag in Ecuador. "Der erste Arbeitstag", spekuliert der Vater und "saludos to the flag".
Und ob ich einen boyfriend haette - "en amorado", denn das wuerden mich alle meine Freundinnen fragen: "En amorado? En amorado?"
Meine Schule hat uebrigens eine Internetseite:
CEBI
Juan Andres springt kreischend durch den Gang im oberen Stockwerk, in dem die Schlafzimmer liegen; am einen Ende steht der Computer, am anderen (direkt am Treppenaufgang) ein grosses Sofa und der Fernseher. Er traegt ein uebergrosses Trikot von Michael Jordan...uebrigens mit der Spieler-Nr. 23...

Das war's mal wieder fuer heute... ich glaube, wir werden gleich nach Hause fahren - und man muss ja auch ein bisschen Spannung erhalten
¡Extraño ustedes! (=Ich vermisse euch!) ¡Hasta luego!
1.9.06 00:04
 


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